Digitales Bordbuch: die technische Lebensakte des Flugzeugs
Das Bordbuch ist die Quelle für fast alles: Betriebszeiten für die Wartung, Grundlage der Abrechnung, Nachweis für die Lufttüchtigkeitsprüfung. Fehler darin wirken sich deshalb an drei Stellen gleichzeitig aus.
4 Zeitpunkte
Off-Block, Take-off, Landung, On-Block — mehr braucht es nicht
automatisch
Block- und Flugzeit werden gerechnet, nicht eingetippt
sofort
Befunde landen beim Technikwart statt auf einem Zettel
versioniert
Korrekturen als neue Version, nie stilles Überschreiben
Erfassen, wo der Flug endet
Der entscheidende Punkt beim digitalen Bordbuch ist nicht das Medium, sondern der Zeitpunkt: direkt nach der Landung, im Cockpit, bevor jemand aussteigt.
Erfasst werden vier Zeitpunkte, die Zähler, Starts und Landungen sowie die getankte Menge. Block- und Flugzeit ergeben sich daraus automatisch. Wer stattdessen abends aus der Erinnerung nachträgt, produziert genau die Abweichungen, die später jemand klären muss.
- vier Zeitpunkte statt handschriftlicher Zeilen
- Zählerstände mit Plausibilitätsprüfung gegen den letzten Stand
- Betankung und Ölzugabe direkt am Flug
- Bemerkungen für besondere Vorkommnisse
Was daraus entsteht
Ein bestätigter Flug wirkt an mehreren Stellen gleichzeitig — und das ist der eigentliche Unterschied zu einem abfotografierten Papierbordbuch.
- Flugbucheintrag für den Piloten
- Betriebszeiten des Flugzeugs für Zelle, Motor und Propeller
- Restlaufzeiten bis zur nächsten Kontrolle
- Abrechnungspositionen für Flugzeit, Fluglehrerzeit und Landegebühren
- Nachweise für die Lufttüchtigkeitsprüfung
Befunde gehören in den Prozess, nicht auf den Zettel
Ein Mangel, der nur mündlich weitergegeben wird, ist kein dokumentierter Mangel. Für die Lufttüchtigkeit zählt die Kette: Wer hat wann was gemeldet, wie wurde es bewertet, wurde das Flugzeug gesperrt, wer hat es behoben und freigegeben?
Aus dem Bordbucheintrag heraus wird deshalb direkt eine Störungsmeldung erfasst — mit sofortiger Wirkung auf die Buchung, wenn das Flugzeug nicht mehr verwendbar ist.
Umstieg vom Papierbordbuch
- Zählerstände zum Stichtag als Startwerte übernehmen
- Flugplätze mit Kennung und Landegebühr anlegen
- Buchungsarten und Charterkategorien festlegen
- Mitglieder schulen: erfassen direkt nach der Landung
- Übergangszeitraum mit Papier parallel kurz halten
- Festes Umstiegsdatum setzen statt dauerhaft doppelt zu führen
FAQ
Häufige Fragen
Dürfen wir das Papierbordbuch komplett ersetzen?
Ob und in welcher Form eine elektronische Führung zulässig ist, hängt vom Luftfahrzeug, vom anwendbaren Regelwerk und von der Abstimmung mit eurer CAMO oder CAO ab. Klärt das vor der Umstellung — viele Betriebe führen in der Übergangszeit bewusst beides.
Funktioniert die Erfassung ohne Internet am Platz?
Die Erfassung läuft im Browser und braucht eine Verbindung. An Plätzen mit schlechtem Empfang hat sich bewährt, direkt nach dem Abstellen im Mobilfunknetz zu erfassen — die Eingabe dauert weniger als eine Minute.
Was passiert bei einem Zahlendreher im Zählerstand?
Die Plausibilitätsprüfung fängt offensichtliche Fälle ab, etwa einen Stand unterhalb des letzten Werts. Fällt ein Fehler später auf, wird der Flug als neue Version korrigiert; die Zähler werden zurück- und neu gerechnet.
Können mehrere Teilstrecken zu einem Flug erfasst werden?
Ja, als Legs zur selben Buchung — mit eigenen Zeiten und Landungen je Teilstrecke. Die Abrechnung fasst sie zur Buchung zusammen.
Aerosuite in Aktion erleben
Wir zeigen dir, wie Aerosuite zu den Abläufen deines Flugvereins oder deiner Flugschule passt.